Wer kennt es nicht? Man besucht eine Fortbildung oder ein Training, lernt spannende Sachen und nette Leute kennen, aber der Transfer in den beruflichen Alltag bleibt auf der Strecke. Weil man sich nicht an die Fülle der Inhalte erinnert oder gerade keinen unmittelbaren Anwendungsfall dafür hat. Zwar hat man fleissig mitgeschrieben und unterwegs auch tolle Ideen gehabt – „Mensch, das muss ich wirklich nächste Woche gleich mal ausprobieren“ – und dann hat einen das Tagesgeschäft doch längst wieder überholt.

Das automatische Gehirn austricksen

Kein Wunder sagt die Lernforschung: Etwas Neues auszuprobieren, einen lange eingeübten Arbeits- oder Denkprozess neu zu gestalten, fällt unserem Geistesorgan einfach schwer, weil es Routinen über alles liebt und am liebsten weiter tut, was es schon kennt. Und es kann sich Inhalte nur dann merken, wenn wir sie regelmäßig wiederholen. Pauken, wie wir es aus Schule oder Studium kennen, mag ein trefflicher Ansatz sein, wenn wir kurzfristig eine Zertifizierung zum Beispiel in Projektmanagement bestehen wollen. Wenn wir aber wirklich etwas Neues ausprobieren möchten, z.B. ein besserer Projektmanager werden, hilft nur Spacing.

Was ist denn dieses Spacing überhaupt?

Spacing? So wie in Space Shuttle? Nicht ganz. Spacing meint Lernen mit bewusst gesetzten zeitlichen Abständen. Wie zum Beispiel in diesem Learnical, das mit einem kurzen Blog und einer Animation zu dem oben erwähnten Artikel von Davachi et al. begonnen hat (siehe I like AGES) und dann ein paar Tage lang per Twitter weiterverfolgt werden konnte:

  • #Spacing #Attention: Beobachte Dich mal in der nächsten Stunde: Wie aufmerksam bist Du gerade? Wie wach fühlst Du Dich? Was lenkt Dich ab
  • #Spacing #Generation: Denk‘ an ein aktuelles Lernprojekt: Was bedeutet es für Dich? Für wen ist es noch wichtig? Was freut Dich daran?
  • #Spacing #Generation #Kreativ: Blick‘ Dich um: Welche 3 Dinge fallen Dir auf? Was haben sie mit Deinem aktuellen Lernprojekt gemeinsam?
  • #Spacing #Emotions Wie man Freude weckt? Nimm‘ Dir 5 Minuten für Dein absolutes Gute-Laune Lied 🙂 Jetzt!#Spacing #Emotion #ABC Und hier ist meins: youtu.be/64n-t9Sw7F0 Anschauen! Großes Kino! Ich hatte keine Ahnung davon!!!

Ideen für ein  individuelles Spacing

Eine Möglichkeit für den individuellen Einsatz von Spacing nach dem Training, ist zum Beispiel, sich nach ein paar Tagen eine Visualisierung mit allen Konzepten, die im Training vorkamen anzufertigen. Oder auch ein sogenanntes Mashup (Internet) – Wikipedia von Inhalten, die zum Trainingsthema passen anzufertigen. Zwei Tools, die sich dafür besonders gut eignen sind und mit denen die Ergebnisse dann auch gleich der eigenen Lern-Community zur Verfügung gestellt werden können, finden sich hier:

Und jetzt? Einfach ausprobieren und ein kleines Mashup von der letzten Weiterbildung oder dem letzten Fachbuch anfertigen.

Quellen & Inspiration

Davachi, L., Kiefer, T., Rock, D. Rock, L. (2010). Learning that lasts through AGES Neuroleadership Journal, Issue 3/2010, 53 – 63

Dieser Blogartikel ist zuerst auf www.learnical.com erschienen (28. Januar 2013) – Version 1.1.

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