„Im digitalen Zeitalter gibt es nur noch einen Wettbewerbsvorteil: Schnell dazuzulernen!“ findet Rolf Schrömgens, Gründer & CEO von trivago, der weltweit größten Online-Hotelsuche. Wir finden das auch. Deswegen geben wir Ihnen heute 6 Tipps, wie Sie

  • schneller Wissen erschließen und abschätzen, was davon wichtig ist
  • schneller anderen nötiges Wissen zur Verfügung stellen
  • schneller Probleme und deren Auswirkungen einschätzen
  • schneller auf ungewöhnliche Lösungen zu kommen
  • schneller ins Tun kommen und Dinge einfach ausprobieren

Und so KLAPPT schnelles Lernen:

#1 Nutzen Sie Ihre Kompetenz(stufe)!

Schon die Brüder Dreyfus haben in den 1980 herausgefunden, dass sich unser Weltbild mit zunehmender Kompetenz stark verändert. Wir nehmen unsere Umwelt anders war, je mehr wir über etwas Bescheid wissen oder je mehr Erfahrung wir in einem speziellen Gebiet haben.

Sind Sie Anfänger_in? Suchen Sie nach Checklisten und einfachen Regeln. Ignorieren Sie den Kontext erstmal und versuchen Sie einen konkreten Job zu erledigen. Konzentrieren Sie sich darauf.

Sie sind schon kompetent? Prima – fangen Sie an Ihr Wissen für andere aufzubereiten. Schreiben Sie einen Zusammenfassung für Ihre Kolleg_innen, einen Fachartikel. Geben Sie selbst ein Training oder treten Sie auf einer Konferenz auf.

Haben Sie schon eine Menge Ahnung? Okay, orientieren Sie sich an Leitsätzen und Prinzipien. Denken Sie über Ihre Haltung nach. Reflektieren Sie ihr tägliches Arbeiten und verbessern Sie sich selbst.

#2 Lernen Sie längerfristig!

Versuchen Sie auf gar keinen Fall sich immer wieder dasselbe anzusehen – bei Langeweile schaltet unser Gehirn das Lernen automatisch ab. Betrachten Sie den Lerngegenstand immer wieder aus einer anderen Perspektive oder durch ein anderes Medium. Und verteilen Sie das Lernen über einen längeren Zeitraum Es gibt Untersuchungen die besagen: Je länger der Abstand zwischen zwei Lernmomenten zum selben Thema, desto länger die Zeit, die wir es uns merken können.

#3 Lassen Sie sich nicht ablenken!

Unser Gehirn muss ziemlich tief in die biochemische Kiste greifen, damit wir uns etwas wirklich merken und es künftig abrufen können. Dafür braucht es vor allem eins: Konzentration auf eine Sache. Finden Sie heraus, was Sie besonders leicht ablenkt und schalten Sie es ab, während Sie lernen: Multitasking war gestern.

#4 Lerne lieber positiv!

Das mit der Biochemie geht noch weiter: Wenn unser Verstand im Alarmmodus ist, lernt er zwar schnell so Sachen wie: Achtung Tiger – weglaufen! (= Achtung Chef_in – wegducken!). Das hilft beim Überleben, aber nicht beim Lösen von komplexen Problemen. Wenn Sie Fähigkeiten für die moderne Welt lernen, wollen Sie genau einen Zustand: Entspannte Aufmerksamkeit. Sorgen Sie für einen angenehme, angstfreie Lernatmosphäre und suchen Sie sich Aufgaben, die Sie leicht überfordern. So bleibt es spannend und Ihr Gehirn bei bester Lernlaune!

#5 Praxis, Praxis, Praxis!

Ihr Gehirn hat eine wunderbare Eigenschaft: Es liebt Assoziationen. Jeden Moment stellt es Ihnnen 11 Mio bits zur Verfügung – eine unvorstellbar große Menge an Informationen zu jedem einzelnen Augenblick ihrer Wahrnehmung. Das Dumme beim Erwachsenen? Keine Assoziation da, kein Lernen. Lassen Sie das nicht zu! Nutzen Sie, was Sie schon können und suchen Sie aktiv nach Anknüpfungspunkten: Wo genau ist das Gelernte für Sie relevant? Wo können Sie es einsetzen? Wann haben Sie schon mal etwas ähnliches gelernt?

#6 Die Macht der Transparenz

Nichts motiviert beim Lernen mehr als Erfolgserlebnisse! Arbeiten Sie nicht auf den einen Big Bang hin. Zerlegen Sie Ihr Lernvorhaben lieber in viele kleine Experimente und tracken Sie Ihren Fortschritt. Achten Sie darauf, dass Sie genau erkennen können, wann Sie ein Zwischenziel erreicht haben: Wie messen Sie den Erfolg eines Experiments? Woran erkennen Sie, dass Sie da sind? Was lernen Sie aus dem Verlauf bisher?

Probieren Sie die Tipps einfach aus und teilen Sie Ihre Erfahrungen. Gern hier im Kommentar oder auf twitter: #lclearning

Quellen & Inspiration

Das KLAPPT-Modell für schnelles Lernen ist inspiriert von

Das Zitat von Rolf Schrömgens finden Sie hier Arbeiten bei Trivago – Interview mit Rolf Schrömgens im LEAD digital Magazin

Creative Commons Lizenzvertrag
Das KLAPPT-Modell für schnelles Lernen von Learnical ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Dieser Blogartikel ist zuerst auf www.learnical.com erschienen (19. März 2016) – Version 1.1.

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